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EINE STOLPERSCHWELLE FÜR DIE OPFER DES KZs HUSUM-SCHWESING
Husums zentrales Denkmal für die Opfer der NS-Zeit

Der Englisch-, Kunst- und Weltkundelehrer Jens Paulsen von der Gemeinschaftsschule Husum Nord hat sich mit seinen Schülerinnen und Schülern dafür eingesetzt, eine Stolperschwelle des Künstlers Gunter Demnig in Husum verlegen zu lassen. Vielen Menschen sind Gunter Demnigs Stolpersteinaktionen ein Begriff. (www.stolpersteine.eu) Der Künstler installiert goldfarbene Metalltafeln im Boden vor den ehemaligen Wohnstätten deportierter Mitbürger. Die Inschriften dieser Tafeln informieren über Lebensdaten und Todesumstände der Opfer. Demnigs Stolpersteine sind das nachdrücklichste und das erfolgreichste Gedenkkonzept in Deutschland.
       Die Husumer Stolperschwelle wird nun in der Süderstraße gegenüber dem Alten Gymnasium installiert. Die Stelle liegt auf jenem Weg, den die KZ-Häftlinge zu ihrer tödlichen Arbeit genommen haben – unter den Augen der Husumer. Die geplante Inschrift liest sich wie folgt:

26. SEPTEMBER – 29. DEZEMBER 1944 : 2.500 ZWANGSARBEITER AUS DEM KZ-AUßENLAGER HUSUM-SCHWESING WERDEN DURCH HUSUMS STRAßEN ZUM BAU AM 'FRIESENWALL' GETRIEBEN. MEHR ALS 300 MENSCHEN VERLIEREN IHR LEBEN

Die Kosten zum Errichten der Stolperschwelle liegen zwischen 1.250 Euro und 1.750 Euro. Die Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsschule Husum Nord haben dafür bereits 750 Euro gesammelt. Am 21.11.2017 hat der Kulturausschuss der Stadt Husum den Antrag zum Errichten der Stolperschwelle bewilligt. Damit wurde auch die Restfinanzierung übernommen. Der Weg zu einem Denkmal, das an einem zentralen Ort an die hiesigen Verbrechen der NS-Zeit erinnern soll, war lang und leider keine Selbstverständlichkeit. Ein Jahr zuvor ist die Stadt noch an einem ähnlichen Vorhaben gescheitert. Der SSW-Antrag, eine KZ-Gedenktafel im Innenstadtbereich anzubringen, wurde damals mit nur einer Stimme Mehrheit abgelehnt.

J.-C. P. (11.2017)

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