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CHRISTIAN II. – KÖNIG VON DÄNEMARK (02.2018)

"Der Streit, der Stockholms Straßen blutig färbte, ging vom ungezügelten Gemüt des Königs aus ..."

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CHRISTIAN II.
Christian II. (1481-1559) war König von Dänemark, Norwegen und Schweden. Er teilte sich mit seine Onkel Friedrich zudem die Herzogtümer Schleswig und Holstein. Nach dem Sturz Christians bestieg sein Onkel Friedrich den Thron, während Schweden von Gustav Eriksson Vasa in die Unabhängigkeit geführt wurde.
       Das Stück beginnt mit Christians Belagerung von Stockholm im November 1518. Der schwedische Reichsvorsteher, Sten Sture, entbietet sechs ranghohe Schweden in Christians Obhut, die dem Dänenkönig als Sicherheit dienen sollen, wenn dieser sich zu direkten Friedensgesprächen mit Sture treffen wolle. Christian entführt die Geiseln (unter ihnen Gustav Eriksson) und reist nach Dänemark zurück, wo er Eriksson auf Jütland als "Gast" festsetzt und durch das gesamte Jahr 1519 einen erneuten Feldzug gegen Schweden plant. Gleich in der ersten Schlacht im Januar 1520 fällt Sture am Bogesund beim Schlag der ersten Kanonen. Tatsächlich gelangt Christian dann vor die Tore Stockholms und auf den ersehnten Thron. Das Stockholmer Blutbad, was er daraufhin unter den schwedischen Adligen anrichtet, festigt seinen Ruf als Tyrann. Auf seiner Rückreise mordet Christian in Dänemark weiter, was letztlich zu seiner Absetzung führt und seinen Onkel Friedrich auf den Thron Dänemarks verhilft. Gustav Eriksson ist derweil aus seinem Gefängnis nach Lübeck geflohen und von dort aus mit Unterstützung der Hanse nach Schweden gelangt, wo er sein Land von der dänischen Fremdherrschaft zu befreien sucht. – In diese Geschichte webt sich das Schicksal der einfachen Menschen, die im Stücktext ihre Entsprechung durch eine friesische Bauernfamilie erfahren.

REZEPTION
Je nachdem, ob man schwedische oder dänische Quellen studiert, fällt das Urteil über Christian II. verschieden aus. Für die Schweden ist Christian der Tyrann schlechthin, was zweifelsohne auf das Stockholmer Blutbad zurückzuführen ist. In Dänemark ist Christian II. zwar nicht minder für seine Brutalität bekannt, wenngleich in seiner Biografie auch eine humanistische Ader pocht. Das legt zumindest seine Korrespondenz mit Erasmus von Rotterdam nahe. Jedenfalls wird ihm unbestritten eine Volksnähe nachgesagt, da er die Rechte und die Bildung der Bauern zu kräftigen suchte. Ein Umstand, den man von seinem Nachfolger Friedrich I. nicht behaupten kann. Wenngleich Friedrich als verständig und diplomatisch in die Geschichtsschreibung eingegangen ist, hat er doch den Großteil seines Volkes faktisch in die Leibeigenschaft ausgeliefert, als er dem Adel nach seiner Krönung die volle Gerichtsbarkeit über die Bauern zugestanden hat. Der Begriff "Tyrann" ist also höchst ambivalent wie auch unser Begriff von Freiheit, was sich anhand dieser Geschichte immer wieder aufzeigen lässt.
       Auch stellt sich die Frage nach der Rolle des Volks – ein Spielball aller Elemente. Neben dem schröpfenden Adel ist da die Kirche, die schonungslosen Ablasshandel betreibt. Hinzu kommen Piraterie, Seuchen, Hexenjagden und eine unbarmherzige Natur, die mit Stürmen und Fluten in all die Kriege und Ränke hineinschlägt. Wir haben zur Zeit Christians II. jedenfalls Kräfteverhältnisse und Veränderungen, die auf allen Ebenen die Menschen bewegen. Vor dem Hintergrund der großen Peripetien (Sturz Christians II., Unabhängigkeit Schwedens, Beginn der Reformation) lassen sich die ewigen Widersprüche in den menschlichen Ordnungen aufzeigen. Wir sehen Charaktere, die sich darin zu behaupten suchen.

J.-C. P. 02.2018
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